Wohnen im Alter

In Deutschland leben derzeit ca. 82 Millionen Menschen. Davon sind 25 Prozent 60 Jahre und älter. 2020 wird dieser Anteil auf 30 Prozent und im Jahre 2050 auf knapp 37 Prozent gewachsen sein. Der demografische Wandels erfordert eine stärkere Einbeziehung der älteren Generation an der Gestaltung künftiger Wohnungsformen. Wohnformen, die die Selbstständigkeit der Senioren erhalten wie betreutes Wohnen, gemeinschaftliches Wohnen und ambulant betreute Wohngruppen – gewinnen an Bedeutung.

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Entspannt wohnen im Alter Foto: © robertkneschke – Fotolia.com

Wer heutzutage mit bis zu 30 Jahren Rentnerdasein rechnen kann, sollte sich fragen, wie er im Alter eigentlich leben will. Es gilt, rechtzeitig die Weichen zu stellen, um sich gute Wohnbedingungen im Alter zu sichern.

So verschieden die Menschen sind, so unterschiedlich sind ihre Ansprüche an ihr Wohnumfeld. Wie sie nicht leben wollen, wissen die meisten: nicht allein und nicht im Heim. Die Studie „Leben und Wohnen im Alter“, die gemeinsam von dem Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) mit der Bertelsmann-Stiftung initiiert wurde, zeigt, wie groß das Interesse an einer Alternative zum Allein-daheim-Altern und zur Heimunterbringung ist: 65 Prozent der Altershaushalte sind prinzipiell an einer alternativen Wohnform interessiert. Selbst als Pflegefall können sich Senioren heute eine stationäre Unterbringung nur schlecht vorstellen: 80 Prozent der pflegebedürftigen Älteren wollen nicht ins Heim.

WG: eine echte Alternative?

Für viele ist eine Senioren-WG eine denkbare Option. Gemeinsam in einem Haus, möglichst mit separaten Wohnungen, in die sich jeder nach Lust und Laune zurückziehen kann und einem Gemeinschaftraum für das Miteinander. So sieht das alternative Wohnmodell aus, das die meisten Deutschen sich laut Umfragen für ihr Alter wünschen.

Vieles spricht dafür, das Alter wieder kollektiv zu organisieren: Die Mitbewohner können die Lasten des Alltags gemeinsam stemmen und gleichzeitig selbstbestimmt und nach dem eigenen Bedürfnissen und Tagesrhythmus leben. Wenn einer gebrechlich oder pflegebedürftig wird, ist er in der Gemeinschaft aufgehoben.

Gerne werden dabei die WG-Konflikte aus Jugendzeiten vergessen und beschönigt. Streitkultur ist in unserer Gesellschaft, unabhängig vom Alter, unterentwickelt und wer im Alter auf Milde und Weisheit hofft wird oft mit Altersstarrsinn konfrontiert. Es fällt nicht immer leicht, lebenslange Gewohnheiten in Frage zu stellen und sich auf andere einzulassen.

Mit ein Grund, warum gut funktionierende Altengemeinschaften – dazu gehören Wohn-, Haus- und Hofgemeinschaften – bislang bundesweit mit ca. 8.000 Projekten so rar sind. Dass sich Freunde frühzeitig nicht nur verabreden, sondern auch praktisch – und finanziell – engagieren, ist eher ein Glücksfall. Es gibt aber auch prominente Befürworter, die es geschafft haben. Am bekanntesten dürfte der ehemalige Bremer Oberbürgermeister Henning Scherf sein, der in seinem Buch „Was im Alter möglich ist“ für ein Zusammenrücken in der Nachbarschaft plädiert. Für Singles, junge Familien, Rentnerpaare und Alleinerziehende tun sich gerade in der Wohngemeinschaft vielfältige Vorteile auf, so seine Erfahrung. Die Jungen übernehmen den Einkauf der älteren Nachbarn oder begleiten sie auch mal zum Arzt, dafür betreuen die älteren Nachbarn die Kinder oder helfen bei den Hausaufgaben. Sein Credo: Nach dem Berufsleben beginnt ein neuer Lebensabschnitt mit vielen Herausforderungen – und unzähligen Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten.

Tipp:
Für Modernisierungsmaßnahmen zur Beseitigung oder Verringerung von Barrieren in bestehenden Wohnungen vergibt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen im Rahmen des Programms „Altersgerecht umbauen“. Hiermit können der leichtere Zugang zum Haus, der Einbau eines Aufzugs oder Treppenlifts oder notwendige Umbauten in Küche und Bad realisiert werden: Die KfW hält entsprechende Förderbausteine und weiterführende Informationen bereit.

Die Pflegekasse kann unter bestimmten Voraussetzungen Umbauten und Ergänzungen in der Wohnung bezuschussen, die die Pflege erleichtern, eine selbstständigere Lebensführung ermöglichen oder die Aufnahme in ein Heim verhindern oder hinauszögern. Der Zuschuss beträgt maximal 4.000,- € für Einzelpersonen, 16.000,- € für Wohngemeinschaften.

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