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Wohlfühlgewicht statt Idealgewicht

Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein galten beleibte Menschen als gesund. Dicksein war ein Zeichen von Wohlstand und Gesundheit. Das änderte sich erst im 20. Jahrhundert. Lange galt der sogenannte Body-Mass-Index (BMI) als Maß für Ideal- bzw. Übergewicht.

Da jedoch der BMI alles Fett (auch das gesunde) und auch die Muskelmasse misst, kommt man immer mehr zu der Erkenntnis, dass der BMI für die Gesundheit unerheblich ist. Wichtiger ist das Verhältnis zwischen Taillenumfang und Körpergröße (Waist-to-Height Ratio), das im Gegensatz zum BMI eine Aussage über die Verteilung des Körperfetts macht und damit mehr zu den gesundheitlichen Folgen von Übergewicht aussagen kann.

Das Idealgewicht gibt es nicht

Ein Schlankheitsideal zu verfolgen, das sich mit dem eigenen Körper nicht erreichen lässt, frustriert auf Dauer oder kann sogar zu Essstörungen führen. Sie kennen das, beim Blick in den Spiegel sieht man oft nur Nachteile. Lenken Sie den Blick bewusst auf das, was Ihnen gefällt. Welche Körperpartien gefallen Ihnen mit Ihrem jetzigen Gewicht, welche Körperhaltung sagt Ihnen am besten zu? Es gilt, auf das Körpergefühl zu achten und den Körper so anzunehmen, wie er ist. Dann können Sie am besten „Ihr“ Wohlfühl-Gewicht finden. Dieses ist individuell verschieden und entspricht in der Regel keineswegs dem gängigen Schlankheitsideal.

Risikofaktor Übergewicht

Es ist unbestritten, dass Übergewicht ein Risikofaktor für verschiedene Erkrankungen ist. Wo jedoch die Grenze zu ziehen ist, wird zunehmend neu diskutiert. Denn wichtig sind auch Faktoren wie Geschlecht, Alter und Fitness.

Eine wichtige Rolle spielt der Taillenumfang: Das geringste Krankheitsrisiko fanden Forscher bei Frauen mit einem Umfang von 74 Zentimetern, bei Männern mit 83 Zentimetern. Bei Frauen stieg die Gefahr für Herz-Kreislauf-Probleme für jeden Zuwachs um 12,6 Zentimeter um 16 Prozent. Bei Männern stieg das Risiko pro 11,4 Zentimeter um zehn Prozent. Bauchfett gilt als besonders problematisch, weil es im Gegensatz zu Fettpolstern direkt unter der Haut verstärkt entzündungsfördernde Botenstoffe freisetzt, die die Blutgefäße schädigen.

Ideale Diät berücksichtigt individuellen Lebensstil

Aber es gibt durchaus ermunternde Daten. Studien konnten zeigen, dass bereits kleine Veränderungen viel für die Gesundheit bringen. Das Risiko für gewichtsbedingte Erkrankungen reduzierte sich bei Personen mit einem durchschnittlichen BMI von 36 bereits bei einer fünfprozentigen Gewichtsabnahme deutlich. Wichtig ist es jedoch, das Körpergewicht dauerhaft zu reduzieren. Das geht nur über eine Veränderung des Lebensstils – Bewegung, Ernährung, Alltagsverhalten.

Eine Diät ist dann gut, wenn der Tagesablauf und Lebensstil berücksichtigt wird und man sie auch langfristig mit ein paar Abweichungen weiterführen kann. Nur wer für sich richtigen Weg zu seinem persönlichen Wohlfühlgewicht findet und geht, wird sich rundum wohlfühlen. Das ist wichtiger als die Zahl auf der Waage. Crash-Diäten führen nicht zum Ziel.

Tipp: Faustregel zur Gewichtsabnahme

500 Kilokalorien pro Tag einzusparen führt zu einer Abnahme von etwa 500 Gramm Gewicht pro Woche. Ein bis zwei Kilogramm pro Monat sind ein realistisches Ziel.

Quelle: S. Iliodromiti et al. The impact of confounding on the associations of different adiposity measures with the incidence of cardiovascular disease: a cohort study of 296.535 adults of white European descent, European Heart Journal, Volume 39, Issue 17, 1 May 2018, Pages 1514–1520

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