Soziale Kontakte verlängern das Leben

Der Eintritt in das Rentenalter bringt eine einschneidende Veränderung im Leben mit sich. Die einen profitieren von der „neuen Freiheit“, während andere in „ein Loch“ fallen, was zu psychischen und körperlichen Beschwerden führen kann. Wie dieser Lebensabschnitt bewältigt wird, hängt in hohem Maße von den sozialen Beziehungen des Einzelnen ab.

soziale-kontakte-im-alter

Durch soziale Kontakte jung bleiben und länger leben. Foto: © robertkneschke – Fotolia.com

Vor allem Vereine und andere soziale Gruppen spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Daten einer britischen Langzeitstudie zeigen: Rentner, die Mitglied in mehreren sozialen Gruppen sind, leben länger und fühlen sich generell wohler als andere Ruheständler. Sich neuen sozialen Gruppen anzuschließen ist für Rentner daher besonders wichtig, um die mit dem Austritt aus der Berufstätigkeit verlorenen Gemeinschaften zu ersetzen. Der positive Effekt auf die Gesundheit durch diese Gemeinschaftskontakte ist ähnlich groß wie regelmäßige körperliche Aktivität.

Personen, die schon während ihrer Arbeitsphase in zwei Vereinen aktiv waren und dies als Rentner beibehielten, hatten innerhalb von 6 Jahren nach der Verrentung ein Sterberisiko von zwei Prozent. Bei denjenigen, die aus ihren Vereinen austraten, stieg die Sterblichkeitsrate auf 12 Prozent im gleichen Zeitraum. Außerdem verringerte sich die selbstbewertete Lebensqualität um zehn Prozent. Ähnlich verhält es sich mit der körperlichen Aktivität: Diejenigen, die sich nach der Verrentung einmal pro Woche intensiv sportlich betätigten, hatten innerhalb von 6 Jahren ein Sterberisiko von 3 Prozent. Ohne Sport stieg das Sterberisiko auf 11 Prozent.

Freundeskreis steigert Wohlempfinden

Auch dass dem Freundeskreis bei Erwachsenen eine große Bedeutung zukommt, wurde wissenschaftlich bewiesen. In einer Studie zeigten sich drei Hauptkomponenten, die das subjektive Wohlempfinden beeinflussen: Anzahl der Freunde, Häufigkeit der Kontakte und die Verschiedenartigkeit der Freunde. Je höher diese Faktoren ausfallen, desto eher kann der Einzelne auf Unterstützung und Hilfe bauen. Menschen, die in jeder Lebenslage zu einem halten und auf die man sich immer verlassen kann, helfen auch bei psychischem Problemen wie Stress, depressiven Stimmungen oder starken Selbstzweifeln.

Befragte mit einem großen Freundeskreis fühlten sich daher allgemein wohler und gesünder. Dabei spielt der persönliche Kontakt eine große Rolle. Chatten hilft nicht – nur Kontakte von „Angesicht zu Angesicht“ haben einen bleibenden positiven Einfluss auf das Wohlbefinden.
Menschen, die sich öfter mit Freunden treffen, bei denen sie sich wohl und geborgen fühlen, entwickeln zudem ein stärkeres Selbstwertgefühl als Personen, die eher zurückgezogen leben.

Quelle: „Social group memberships in retirement are associated with reduced risk of premature death: evidence from a longitudinal cohort study”, Niklas K. Steffens et al.; BMJ Open, DOI: 10.1136/bmjopen-2015-010164

Weitere Informationen:

Leichtes Übergewicht verlängert das Leben

Wohnen im Alter

Stress lindern und Entspannung finden

Tierisch gute Therapeuten